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Ich wollte immer nur träumen, den krummen Weg nehmen,
den queren Gedanken denken.
Wer erinnert sich nicht an das Mädchen mit den
langen rotblonden Haaren und der Gitarre. An ihre leisen, oft traurigen Lieder. Mit Am Tag, als Conny Kramer starb wurde
die damals 16-jährige über Nacht berühmt. Oft wurde sie als Jeanne d'Arc des deutschen Schlagers bezeichnet.
Schon lange ist aus Juliane Werding eine Vollblutmusikerin geworden. Mit über 20 Millionen verkauften Platten ist sie
die erfolgreichste deutschsprachige Sängerin. Heute blickt Juliane Werding auf ein Leben mit Höhen und Tiefen zurück.
Mit dem Wandel der Zeiten entwickelte auch die Interpretin und Songschreiberin Juliane Werding eine immer größere
Sensibilität in der Interpretation ihrer Umwelt. Mitte der siebziger Jahre kann sie sich mit Wenn Du denkst, Du
denkst und Man muß das Leben eben nehmen ... in der angesagten lockerflockigen Diktion ihrer Generation noch
identifizieren, aber die Etikettierung legt sie in Ketten, die sie mit rigoroser
Entscheidung sprengt: weg vom Showbusiness und Start in ein richtiges Leben.
Man muß kein Schamane sein, um zu verzaubern.
Ich laß die Liebe zu. Ich laß das Glück zu.
Ich laß Gott zu.
Sie produziert weiterhin Platten (u. a. 1980 das Album
Traumland und den Song Großstadtlichter), arbeitet in einer PR-Agentur, läßt sich danach zu einer Heilpraktikerin
ausbilden und ist seitdem als klassische Homöophatin tätig. Parallel verläuft ein Reifeprozeß, der ihren Blick für das
Wesentliche im Leben schärft und ihr Mut macht zum neuen Einstieg in ein Business, dem sie nicht mehr
ausgeliefert ist, sondern in dem sie den Weg vorgibt. Für dieses Comeback wählt sie einen Song von Mike Oldfield
aus, den dieser zuvor schon zum Welthit gemacht hat: Moonlight Shadow interpretiert sie als Nacht voll
Schatten. Und plötzlich sind da Texte, die in ihrer unverkennbaren Interpretation eine neue Dimension
bekommen. Daß es ein Hit wird, ist nicht mehr als logische Konsequenz.
1984 schließt Juliane Werding mit Geh nicht in die Stadt (heut Nacht) und
der deutschsprachigen Version des
Nik Kershaw-Songs "Wouldn't It Be Good" - Sonne auf der Haut - an die Phase der neuen Glaubwürdigkeit an. Im
selben Jahr erscheint noch ein weiteres Album, Ohne Angst.

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