Ehendu Namandu
Land der langsamen Zeit (1997)
A. Bärtels K. Schultze/ J. Werding A. Berr A. Bärtels
Zeit: 6:03

Chor: Ehendu Namandu
Flüsse, die über Ufer gehn
Menschen, die nirgendwo hingehör'n
Kinder, die ohne zu Hause sind
frierende Seelen, Mammon ist blind


ich wisch die Wolken fort
und steig zum Himmel hinauf - heut Nacht
ich fliege leicht wie der Wind
naiv wie ein Kind
auf der Suche nach Dir
wenn es Dich wirklich gibt
dann bist Du hier wo das All beginnt
und dann kannst Du mich sehn
dann kannst Du mich hörn
hilf uns hilf uns - hilf uns hilf uns - heut Nacht

Chor: Ehendu Namandu
Tiere, die niemals die Sonne sehn
Krieger, die nur die Gewalt verstehn
Zärtlichkeit, die man bezahlen muß
und Hunger inmitten von Überfluß

er sieht so friedlich aus
ein Ball aus Wolken und Meer heut Nacht
unser blauer Planet
wir spielen damit
als käm es gar nicht drauf an
wenn Du nicht kommen kannst
schick uns noch mal Deinen Sohn zurück
vielleicht versteh'n wir ihn heut
es bleibt kaum noch Zeit
bis unser Stern sich auflöst, wegweht
hilf uns heut Nacht

Chor: Ehendu Namandu
Brücken, die nur in den Abgrund führ'n
eiserne Regeln, eiserne Türn
Züge, die nicht mehr nach Hause fahr'n
Liebe, die nicht überleben kann

Gebete erkauft mit dem Schwert in der Hand
Frauen hinter den Schleier verbannt
Tränen, die längst vergessen sind
und über die Gräber weht der Wind

Julianes Kommentar:

(dt. Herr errechte uns)

Ein Weißer ist für die Indianer einer, den die Geister verlassen haben.

Ich wollte ein Lied schreiben über all das, was ich nicht mehr ertrage in Zeitungen zu lesen.
Über die Ausbeutung unserer natürlichen Ressourcen, die Verschmutzung der Meere, der Luft,
des Bodens, unserer Seelen.

Über uns, von den Geistern verlassen "Kyrie Eleison" (Herr errette uns).

Mir hat immer dieser indianische Satz gefallen:
"Wenn der letzte Baum gefällt ist, das letzte Wasser verdorben und das letzte Tier getötet, werden wir feststellen, daß man Geld nicht essen kann".

Das brachte mich auf die Idee, dem Song einen indianischen Titel zu geben. Andreas, mein Produzent, lernte übers Internet
einen indianischen Professor kennen und schickte ihm unseren Text. Herr Larjoqc stellte erstaunt fest, daß der Text im Stil von
Gebeten eines südamerikanischen Indianerstammes, der Guarani, geschrieben war, die auf den Reisen zu ihren Jagdgründen auf eine sehr naive Art
Gott um Unterstützung baten.

Er schlug anstelle von "Kyrie Eleison" "Ehendu Namandu" vor.
Was sinngemäß das gleiche bedeutet.


Letzte Aktualisierung: 26. December 2004 | www.juliane-werding.de ||