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Juliane
Werding zu den Songs:
Zusammen
Ich liebe Road-Movies.... Einfach göttlich, wie Thelma und Louise in
ihrem Cabrio durch die Staaten gereist sind, zwischendurch ein paar
Jungs aufgegabelt haben. In so einem Desaster wie bei den beiden muss es
ja nicht zwangsläufig enden. Die Light-Version geht so: Du triffst den
Mann, den du aus deinen Träumen kennst, leibhaftig am Straßenrand. Bevor
du ihn mit einem coolen „Steig ein“ locken kannst, sitzt er schon neben
dir – und auf der Reise zum Horizont fühlst du dich leicht wie nie. Im
obligatorischen Motel-Zimmer folgt der Höhepunkt der Leichtigkeit. Aber,
ach: Die Geschichte wär kein Roadmovie, wenn sie am Ende nicht ganz
anders ausgeht als gedacht....
Ballade von St. Kilda
Da gibt es,
weit entfernt von der schottischen Westküste, eine sagenumwobene Insel.
St. Kilda heißt sie, und man muss sich mit einem Boot einige Stunden
durch die Atlantikwellen kämpfen, bis man sie erreicht. Mehr als 2000
Jahre lang lebten hier Menschen. Wie sie dorthin gekommen waren, weiß
niemand genau. Die Inselbewohner bauten eine eigene, völlig unabhängige
Zivilisation auf. Besuch erhielten sie höchstens sporadisch von
Seeleuten. Dann wurde Kilda entdeckt. Touristen und Forscher erklommen
die Klippen – und läuteten damit den Niedergang der heimischen
Bevölkerung ein. 1930 lebten nur noch wenige alte Menschen dort;
schließlich wurde der letzte Einwohner zwangsevakuiert. Diese wahre
Geschichte hat mich gleichzeitig mit Trauer erfüllt und fasziniert. Wenn
es stimmt, dass alle Dinge eine Seele haben – wie mag St. Kilda
empfunden haben, als sie verlassen wurde?
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