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Juliane
Werding zu den Songs:
Vergiss nicht, dass du lebst
Oft lenkt uns der Alltag und die Arbeit dermaßen vom wirklichen Leben
ab, dass eine Stimme von außen Einspruch erheben muss: „Vergiss nicht,
dass du lebst!“ Denn „mitten im Leben“, so sagt ein alter weiser Spruch,
können wir „vom Tode umfangen“ sein. So erging es dem Wissenschaftler,
der eines Tages in meiner Vorstellung auftauchte. Tag für Tag, Abend um
Abend wuselte er in seinem Labor herum, forschte und experimentierte,
was das Zeug hält. Und während seine Bunsenbrenner feuerten und er das
Geheimnis des Lebens in Formeln zu fassen versuchte, vergaß er der
Wärme, die ihn eigentlich mit seiner Frau verband. Die machte eines
Abends kurzen Prozess und forderte ihn zu einem ganz ungewöhnlichen
Experiment auf. Dessen Forschungsergebnis wird ihn beeindruckt haben:
Ihm fiel wieder ein, wie schön das Leben und die Liebe sein kann.
Kleine Männer
Dieser Hotelier
hatte es wirklich schwer. Er reichte mir gerade bis zur Schulter. Als er
mir etwas in seinen Augen sehr, sehr Wichtiges erklären wollte, stellte
er sich auf seine Zehenspitzen, was der Situation eine ungewollte Komik
verlieh. Er gehörte zu den kleinen Männern, die einen schweren Stand
haben. Denn ihre groß gewachsenen Geschlechtsgenossen verdienen laut
Statistik mehr, sind erfolgreicher und gelten zudem als schöner. Aber
ein bisschen sind die kleinen Männer auch selbst Schuld daran, dass frau
oft über sie lächeln muss. Ihren Mangel an Körperlänge versuchen sie
durch vielerlei Wichtigtuer-Allüren wett zu machen. Viele fallen dem
Napoleon-Syndrom anheim. Mein Tipp für alle kleinen Männer: Seid
großmütig! Beherzigt die Einsicht, dass sich am Ende wahre Größe
durchsetzt – und die lässt sich nicht nach Zentimetern messen!
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