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WDR-AKTION

Hallo zusammen!

Ihr erinnert euch sicher noch an unsere Web-Aktion für die WDR-Sendung „My Songs“.
Gemeinsam mit dem WDR-Fernsehen haben wir für ein TV-Special Fans von Juliane
gesucht, die eine tolle Geschichte zu erzählen haben, und euch aufgerufen, uns zu
mailen: Wie haben euch Julianes Songs beeinflusst oder euer Leben bewegt/verändert?

Die vielen Einsendungen haben gezeigt, dass wir es bei Julianes Fans mit ganz
besonderen Menschen zu tun haben, die ein interessantes Leben führen, in dem
sie Julianes Musik als ganz essentieller Teil begleitet, und die aus diesem Leben
spannende Geschichten zu erzählen haben.

Und jetzt wünschen wir euch viel Spaß beim Lesen!

Thomas
Ich bin Fan, seit ich bewusst Musik höre, also seit ca. 25 Jahren.
Zu DDR-Zeiten bin ich oft in die „Zone“ gefahren, da ich dort viele Freunde
und Verwandte hatte. Natürlich wurden dann auch immer Juliane Werding-Cassetten
über die Grenze geschmuggelt, was ziemlich nervenaufreibend war. Aber es lohnte
sich, denn alle dort fanden Juliane klasse. Wir tanzten zu ihrer Musik, sangen
lauthals mit, insbesondere "Conny Kramer" hatte es uns damals angetan. Oft
wurden die Gitarren gestimmt und los ging's. Die Songs von Juliane Werding
gaben uns ein richtiges Freiheitsgefühl, besonders den Menschen in der
ehemaligen DDR. Für mich/uns war das ein wirkliches Erlebnis.

Dagmar
Das erste Mal hörte ich den Song "Conny Kramer" als ich beim Briefmarken
sortieren in meinem Jugendzimmer saß. Ich war 12 und sofort fasziniert von der
Art von Musik. Meine Klassenkameradinnen schwärmten alle für Jürgen Marcus,
aber ich fand Juliane einfach besser. Und zu meinem 13. Geburtstag bekam ich
ihre erste LP "In tiefer Trauer". Ich hütete sie wie meinen Augapfel. Ich hab sie
heute noch, wenn auch mit einigen Kratzern, aber man kann sie noch abspielen.
Mein Zimmer war tapeziert mit Postern von ihr. Ich hatte sogar den Starschnitt
von „Bravo“. Juliane auf einem Motorrad nahm eine Wand meines Zimmers
fast völlig ein. Bis heute mag ich ihre Musik gern.

Annegret
Während der Semesterferien im Winter 1988 wurde ich in ein Lager der
Nationalen Volksarmee (NVA) auf die Insel Rügen geschickt. Dort sollten meine
Kommilitonen und ich die Ferienbetreuung der Armisten-Kinder übernehmen.
Diese Vorstellung war für mich ein Alptraum. Zwei Wochen konnte ich meinen
Widerwillen mit einer fingierten Krankheit hinauszögern, doch ich musste
verspätet dennoch anreisen. Was mich dort erwartete, übertraf meine
schrecklichsten Vorstellungen: Ich wurde eingesperrt. Weil ich zu spät angereist
war, durfte ich keine Kinder betreuen, sondern musste in der armee-eigenen
Großküche aufwaschen und saubermachen. Das war schon schlimm genug.
Aber eingesperrt zu sein, das zermürbte mich. Es gab auch kein Telefon, um
mit Familie oder Freunden in Kontakt zu treten. Und vor Ort konnte ich mit
niemandem reden. Eines Nachts bin ich aufgestanden und lief in der eisigen
Kälte um das Gebäude herum. Ich wollte raus! Ich hoffte auf irgendein Loch
im Stacheldrahtzaun, das nicht von den großen Scheinwerfern ausgeleuchtet
wurde. Aber ich fand nichts. Drinnen flüchtete ich in den Fernsehraum.
Vielleicht brachte mich das Nachtprogramm auf andere Gedanken.
Und tatsächlich: es lief irgendeine Musiksendung und plötzlich war Juliane
auf der Bildfläche zu sehen. Sie sang "Stimmen im Wind". In diesem Moment
nahm ich zum ersten Mal das Meeresrauschen wahr, das mich seit Tagen
unmittelbar umgab. Und ich konnte endlich weinen. Die Stimme von Juliane
und die wenigen kaum deutbaren Worte beruhigten mich auf ganz ungewohnte
Weise. Diese wenigen Minuten haben mich innerlich für das Bevorstehende
gestärkt, und die Fluchtgedanken waren plötzlich verschwunden. Ich habe
mich der Situation gestellt und die verbleibende Zeit in diesem Lager ganz
ruhig verbringen können. Ohne diesen kleinen Moment wäre ich womöglich
ausgerastet oder hätte irgendwas getan, das ich später bereut hätte.
Noch heute bin ich selbst verwundert über das, was in mir geschehen ist.
Und etwas von diesem Moment ist noch immer in mir.

Jacqueline
Eigentlich hat Juliane als Mensch und mit ihrer Musik mein ganzes
Leben geprägt. Schon in den 70ern hörte ich ihre Musik, soweit es mir möglich
war in der damaligen DDR. Meine Familie musste sich in meinem Zimmer
versammeln und ich sang (obwohl ich nicht singen kann) Julianes Lieder vor.
Begleitet habe ich mich selbst, mit einem Federball-Schläger als Gitarre. Im Jahr
2000 wollte ich unbedingt mit dem Rauchen aufhören, aber das war gar nicht so
einfach - ich rauchte damals 2 Schachteln pro Tag. Dann bin ich durch Zufall
im Internet auf ein älteres Radiointerview mit Juliane gestoßen. Juliane sagte
dort, dass einfach mit dem Rauchen aufgehört hat. Da sagte ich mir, wenn
Juliane das kann, dann schaffe ich das auch und somit bin ich seit dem
2. Mai 2000 Nichtraucherin.

Susann
Ich war neun Jahre, da lief ständig im Radio "Stimmen im Wind" und
ich mochte dieses Lied einfach nicht hören, weil mich jeder damit aufgezogen
hat: Ich heiße nämlich Susann! Mein Name in einem Lied! Ich habe mich
immer geschämt! Irgendwann hat mein Papa mir dann eine MC von Juliane
mitgebracht – vermutlich um mich noch mehr zu ärgern - aber ich fand
sie echt klasse und seit dem kann ich mir Julianes Musik nicht mehr aus
meinem Leben wegdenken. 1999 ist mein kleiner Sohn geboren. Er ist auch
mit der Musik von Juliane aufgewachsen. Mit 2 1/2 Jahren hat er schon
versucht, ihre Lieder mitzusingen- so gut wie das eben in dem Alter geht!
Aber mittlerweile ist er ein richtiges kleines Genie, er liebt "Daisy" und
"Stimmen im Wind" besonders gerne und sitzt auch ständig mit mir vorm
PC, wenn ich im Netz das Juliane Werding Forum besuche. Vor nicht allzu
langer Zeit wollte er ein Bild von Juliane in seinem Zimmer haben.
Ich habe ein paar kleine Bilder mit dem Kopierer vergrößert, und
nun hängt über dem Bett meines vierjährigen Sohnes schon
das erste Frauenbild!


 

Letzte Aktualisierung: 29. February 2008 | www.juliane-werding.de ||